d15 – Funktionsloser Kamin

Eingang in die Documentahalle, rechts: Detail mit Kaminattrappe

Soviel ist klar: Es ist nur die Front der sonst rundum mit Glas verschalten Documentahalle mit abgewirtschaftetem Wellblech abgehängt worden. Inzwischen steht ein verwinkelter Eingang vor dieser Wellblechwand, durch den das Publikum in die Halle eintreten muss, denn es gibt keinen anderen Eingang mehr. Es ist ein etwa zehn Meter langer, recht enger Schlauch aus Bast und einem Dach, das wie ein Wellblechdach aussieht. Oben auf dem Dach ist ein schräger Kamin angebracht. Dieser wird mit größter Wahrscheinlichkeit keine Funktion erfüllen, außer einen kleinen Verfremdungseffekt erzielen und zum Schmunzeln animieren.

So, wie sich die Front und der irgendwie witzige Eingang darstellen, wirkt die Sache etwas schäbig, ein bisschen witzig, wie gesagt, auch ein bisschen pfadfindermäßig. Ich bin dennoch sehr gespannt, wie sich das anfühlen wird, wenn ich das erstemal durch den Eingangsschlauch geschlichen komme und in die große Halle eintrete. Diese ist zwar nicht von außen, jedoch von innen mit dem gleichen Wellblech ausgestattet wie die Hauptfront an der Außenfassade. Verspricht Sinnlichkeit. Immerhin. Das ist schon ein Lichtblick. Und den sollten wir mal noch mindestens zehn Tage lang als solchen leuchten lassen, dann wird das Geheimnis für das Publikum endlich gelüftet werden.

Ich werde da jedenfalls so bald wie möglich hindurch schleichen, auch wenn keine Schweizer Künstler_Innen zur diesjährigen documenta eingeladen sind 🙃, was bornierte Zeitgenossen zum Bojkott animieren könnte.

Gruß