d15 – «Ab nach Kassel»

Man muss sich vorstellen, dass ursprünglich ein Dach war, was inzwischen ein Boot geworden ist. Man hat das Dach einfach umgedreht und dieses umgedrehte Boot bildet die Grundlage eines Schiffs, das ohne fossile Brennstoffe in Berlin gestartet ist und in einigen Wochen über die Havel, den Mittellandkanal, die Weser und die Fulda den Weg nach Kassel gefunden haben wird. So jedenfalls ist die Planung. Was unterwegs alles passieren wird und ob das Schiff die Reise schaffen wird, ist offen.

So sieht das Schiff jetzt aus:

Die Schiffsschraube wird durch acht auf dem Boot montierte Fahrräder betrieben, außerdem kann die wechselnde Mannschaft zu Rudern greifen, wenn sie mal Abwechslung braucht. Ruderclubs und Schwimmvereine vor Ort werden mithelfen, dass das Schiff vom Fleck kommt. Unterkunft und Essen organisieren sich die Leute von unterwegs aus. Natürlich werden sie an vielen Orten mit offenen Armen empfangen. Wer die vielen lustigen Details dieses Projekt verfolgt und beobachtet, was alles geplant ist rund um das ehemalige Scheunendach und was es alles noch an Überraschungen geben wird, mag seine Freude an diesem kollektiven Projekt haben.

Die Frage, warum das Outfit dieses doch immerhin als Kunstschiff im Namen der documenta fifteen fahrende Boot derart unkünstlerisch ausgefallen ist – wobei es so sein wird, dass manche es sehr künstlerlisch finden, während es mir ein bisschen wir ein Klamaukfloß vorkommt, vergleichbar jenen ähnlich aussehenden Gebilden, auf denen biertrinkende Bayern die Isar runterfahren, ebenfalls ohne dass sie fossilen Brennstoff bräuchten –, sollte erlaubt sein.

Mit Gruß aus Kassel, wo wir gespannt das Ziel der schillernden Bootsfahrt abwarten und die glückliche Mannschaft in Empfang nehmen werden,