d15 – «Die Zeit der Egos ist vorbei»

Kunst im Kollektiv sei angesagt, verkündet in arte, die Zeit der EGOs sei vorbei. Der Film beginnt mit drei auf eine Leine gehängten Porträts, auf denen der Reihe nach Dalí, Klaus Kinski und Picasso zu sehen sind, Stellvertreter für die alten Künstleregos, deren Konterfey von Bianca Hauda, einer hippen, knallrot geschminkten und mit knallroter Wollmütze, inszenierten Augenaufschlägen und marktschreierischer Propagandasprache ausgerüsteten, aufgeweckten jungen Frau, die, wenn wir so wollen und wie ich so lese, dem europäischen Mann weißer Hautfarbe den Kampf ansagt und dem Publikum erklärt, wo Kinski und Picasso und ihre ganzen männlichen Kollegen hingehören, nämlich auf die Müllhalde der Kulturgeschichte.

Stattdessen boomen «wir», wir, das Kollektiv, und die Sprecherin gehört natürlich dazu, sie fährt im neuen Kunstabteil durch die neue Welt und verkündet den neuen Duft der von den Scheißegos befreiten neuen Kunst.

Was sie dann zeigt in diesem halbstündigen, auf die Kollektividee der documenta fifteen ausgerichteten Film, macht Freude und gute Laune. Wir lernen das KOLLEKTIV RAUMLABOR kennen und ebenso THE NEST COLLECTIVE, und allen voran die Betreiber der diesmaligen documenta, das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa.

Gruß