d15 – DOCUMENTA/FIF/TEEN – DOKUMENTAR/FILM/TEAM

Es ist nicht die erste documenta mit einem Schwerpunkt auf dem Dokumentarfilm. Doch im Genre des Dokumentarfilms gibt es gigantische Unterschiede der Qualität, des Künstlerischen, der Aussage. Und die Filme auf der documenta zeichnen sich durch hohe Qualität, künstlerische Durchdrungenheit und Zurückhaltung in der Aussage aus. Letztere müssen sich die Besucher selber machen.

Pınar Öğrenci

Der Film von Pınar Öğrenci im Landesmuseum hat alle diese Qualitäten und noch einige darüberhinaus. Ihn Dokumentarfilm zu nennen, ist wohl ein Griff in die falsche Schublade. Er entzieht sich allerdings auch jeder anderen Schublade. Hauptsache er berührt. Und das tut er. Und er beantwortet keine einzige Frage und hebt an keiner Stelle den Zeigefinger. Das überlässt die Filmemacherin dem Publikum.

Was mich betrifft, bemerkte ich, dass der Zeigefinger unten blieb, doch Fragen gab es schon bei Sehen des Films viele, und inzwischen sind noch Fragen dazugekommen.

Ausschnitt aus dem eigens für die documenta fifteen gemachten Film von Pınar Öğrenci

Wahrscheinlich würde es kein Mensch in der Gegend aushalten, die da gezeigt wird. Man hat den Eindruck, selbst die Einheimischen leben dort nicht mehr gern, jedenfalls nicht unbelastet und auch nicht unbelästigt. Und dennoch blickt man beim Geschehen, das da gezeigt wird, wie in die eigene Seele.