d15 – Überall sind sie am «rumwerkeln»

Hier würden sie rumwerkeln, dort würden sie rumwerkeln, meldet die Zeitung über das documenta-Geschehen. Zur Zeit entsteht gerade ein Selbsterntegarten unterhalb der Documentahalle. Und in der Aue wächst ein beghebares Haus aus Stoffresten in den Himmel. Überall wird also gewerkelt. Und nicht selten vermuten wir schon hinter ganz normalen Handwerkern, die ganz normale Sachen machen, solche lustigen «Werkler».

In der Goethestraße war großes Polizeiaufgebot. Autofahrer, die auf dieser Straße in die Stadt wollten oder auf ihr aus der Innenstadt in Richtung Westen unterwegs waren, wurden in beiden Richtungen von Polizistinnen und Polizisten auf ihr Fahrverhalten hin befragt und belehrt. Wenn du hingegen mit dem Fahrrad daherkamst und, unsicher geworden, ob du durch die Absperrung dürftest, nachfragtest, wandten sich die bunt bekleideten Freundinnen und Helfer wohlwollend zu dir hin und sagten: «Na, SIE, dürfen da selbstverständlich durch, ist doch IHRE Fahrradstraße!» Lächeln. Freundlichkeit. 

Stimmt, diese Straße wurde zur Fahrradstraße erklärt und mit entsprechenden Markierungen versehen. Autos sollten nur noch von direkten Anwohnern herrühren, der große Rest wurde auf andere Straßen verwiesesn und musste umkehren.

Überall verändern sich die Vorzeichen, selbst im deutschen Straßenverkehr. Wenigstens in Kassel. Oder war es ein vorübergehender Spaß? Eine Aktion von irgendwelchen Werklern? Könnte es sein, dass documenta-Künstler_innen nicht nur auf so lustige Ideen kamen, sondern die Macht hatten, zur Umsetzung solcher Ideen auch noch einige Polizeistreifen plus die nötigen Bematen zum Einsatz zu bringen?