d15 – Schule machen

Das Fridericianum wird für die Zeit der documenta fifteen zur Fridskul, also, frei übersetzt, zum Fridericianum als Schule.

Was da alles sein soll in diesem edlen Gebäude, lässt Vorfreude aufkommen. Genaueres zu einem späteren Zeitpunkt. Für heute keine langen Beschreibungen, sondern ein Kommentar:

Es hat eine Jahrhunderte alte Tradition, dass Eroberer die eroberten Menschen, Landschaften, Städte und Häuser umbenannten. Diese Tradition ist immer noch in Kraft. Das Fridericianum mit einem Begriff zu belegen, den die documenta-Betreiber_innen von ihrer Kultur zu Hause mitgebracht haben, mag durchaus an einen solchen Akt erinnern. Das wäre dann wenig originell und für manche eine Beleidigung. Dies wiederum könnte den Umbenennern ganz egal oder auch ganz recht sein, so nach dem Motto: Jetzt könnt ihr mal erleben, wie es all den Völkern ging, die in ihrer Geschichte von Europäern erobert und mit neuen Namen versehen wurden. Jetzt könnt ihr mal erleben, wie unangenehm das rüberkommt.

Ich vermute, ruangrupa hat keine solchen Ambitionen, sie haben Spieltrieb und machen auf den nächsten documenta, was schon immer das Spiel war sozusagen, sie bringen neue Begriffe in neuen Zusammenhängen und geben Denkangebote. mal ganz anders auf all das zu schauen, was uns durch Gewohnheit zum blinden Fleck im Bewusstsein geworden ist. Selbstverständlich ist auch der Bau «Fridericianum» für viele Europäer_innen ein blinder Fleck in ihrem Bewusstsein.