d15 – Im Wechselbad der Vorgefühle

Vor einigen Tagen titelte die hiesige Tageszeitung mit der Botschaft, dass bei der kommenden documenta «auch Müll zur Kunst» werde. Kein Reißer von einem Titel, aber so ist die Zeitung hier halt.

Heute kam dann die Wohlfühlvariante. «Kassel macht sich hübsch», lautet die Titelschlagzeile. Ebenfalls nicht besonders prickelnd, doch irgendwie nett anzusehen, wie auf dem Bildchen zwei Mitarbeiter einer Kasseler Malerfirma dem Himmelsstürmer auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof einen neuen Anstrich verpassen.

Ich glaube nicht so recht, dass dieses Upgrading die Stadt entscheidend hübscher machen wird, allein schon deshalb nicht, weil man mit einem Fernglas hochschauen müsste, um den Unterschied zu bemerken. Anders das Banner unmittelbar über dem Hauptbahnhofgebäude (die schräge Stange links im Vordergrund ist der untere Teil der Himmelsstürmerskulptur), das ist unübersehbar.

Zu BURGER KING fällt mir nichts ein, höchstens, dass diese Kette alles unbeschadet überstehen wird, sowohl die temporäre Vermüllung der Stadt als auch ihre liebevoll betriebene Verhübschung.