d15 – Wunder oder gar nicht

Ich erwarte viele Wunder im Sozialen von dieser documenta fifteen. So hatte ich heute beim Joggern durch die Stadt gleich ein entsprechendes Erlebnis.

Beim Joggen zwickt seit einiger Zeit nach einiger Laufzeit die rechte Hüfte. Woher auch immer, doch immer etwa nach den ersten vier Kilometern. Bei dieser Kilometermarke lief ich heute bei einem Bautrupp vorbei. Ich dachte sofort, aha, documenta, die bereiten in dieser Straße etwas vor. Es waren aber vermutlich ganz normale Bauarbeiter aus der Stadt, die Männer sahen einfach zu normal aus, als dass es ein Haufen Künstler gewesen wäre.

Da ruft einer, als ich auf ihrer Höhe vorbeilaufe: «Pass auf deine Hüften auf!»

Also doch ein Künstler, dachte ich, ein Seher, ein Wunder, denn wie konnte der wildfremde Mann wissen, was mit meiner rechten Hüfte los ist. Aber irgendwie wusste er es wohl. Angesehen hat mir sicherlich nichts.

Tja, war da nun ein Wunder oder nicht? Beziehungsweise ein Wunder war es schon. Doch stand es im Zusammenhang mit der documenta? Ich werde es nie wissen, aber es hat mich aufgeweckt und dazu ermahnt, auch noch in den «zufälligsten» Begegnungen etwas Besonderes zu erkennen.