Da mach‘ ich mir ja schon so meine Gedanken

Am 04.01.2021 hörte ich per Zufall in den WDR-Radionachrichten von einem Aufgebot an Polizisten, die irgendwo im Ruhrgebiet, ich habe den Ort vergessen, in einem Waldstück mit einem Rodelhang weiträumig Autoparkplätze abgesperrt hätten, weil die Regierung mit einer großen Menge Familien aus der Stadt gerechnet habe, die diesen Ort für Rodelausflüge aufsuchen könnten. – Tatsächlich hätten mehrere Familien die Absperrungen umgangen und seien zum abgesperrten Rodelhang vorgedrungen.

Das war die Meldung, die mit diesem Bild endete. Ich stellte mir eine entfesselte anarchische Masse von Abweichlern vor, die sich gegen Polizei und Staatsgewalt durchgesetzt habe, was man als anständiger Demokratieteilnehmer, wie ich einer bin, recht eigentlich zu verwerfen hat.

Ich lebe nicht in Nordrhein-Westfalen, sondern in Hessen. Ist da ein anderes Leben möglich? In der Nacht auf heute hat es geschneit. Es ist Winter. Ganze Autokolonnen und Straßenbahnen transportierten Menschen an die Wiesenhänge vor und hinter dem Herkules im Habichtswald. Alles weiß, kalt die Luft, leichtes Schneegestöber. Ein Winter wie lange nicht mehr, oder sagen wir realistisch, ein Wintertag, denn morgen ist der Schnee ja vielleicht wieder weg. Der Klimaleugner Donald Trump geht aus seinem Amt und in den Alpen liegt Schnee wie lange nicht mehr, und hier im Norhessischen Skigebiet auch. Was sagt man denn dazu?

Und an unseren Schlittelhängen Kindergeschrei wie in meiner Kindheit, wo wir, alle gleichzeitig, hordenmäßig und johlend, oben am Hang Stellung bezogen und Anlauf nahmen und bäuchlings drauflos rasten und jede und jeder versuchte zuerst unten zu sein.

Mit winterlichem Gruß