Das Gute muss nicht perfekt sein

Das könnte ich nie, ich könnte niemals wie Marshall Rosenberg, der kaum Gitarre spielen konnte, mit einer Gitarre vor ein Publikum treten und spielen. Goethes «das Was bedenke, mehr bedenke Wie» ist eine gute Richtschnur. Wer nicht Geige spielen kann, sollte sich kein Publikum für sein Dilettantentum suchen.

Also soll Marshall nicht Gitarre spielen und dazu singen? Seine Stimme ist ja wunderschön – und recht eigentlich auch sein Spiel. Nicht perfekt sein und doch von den Menschen erwarten dürfen, dass sie dieses Beste von einem erwarten, das hat Marshall Rosenberg in seinem Liebeslied bewiesen. Da lass ich für einmal den krummen Goethe gerade sein, manchmal geht es so sehr um das Was, dass das Wie bei aller Kunst, die dafür nötig wäre, hintenan bleibt. Um was es bei diesem Liebeslied geht, bedarf keines Kommentars, denn es geht darin um das Höchste, Wichtigste, Menschlichte.

Herzlich