Die Männer der Zukunft

Stelle den Wecker ab. Erhebe mich aus dem Bett, es ist noch früh am Morgen und entsprechend unkoordiniert lotse ich meinen schlaftrunkenen Leib durch die Wohnung. Durch die Fenster strahlt die morgenwarme Sommersonne. Durch die Wände dringt Maschinenlärm.

Trete vor die Haustür. Lehne müde im Türrahmen. Es ist kurz vor sieben Uhr, der orangefarbene Lastwagen der städtischen Müllentsorgung laviert sich laut zwischen den geparkten Autos durch das Sträßchen. Frohe Männerstimmen. Sie rufen sich Worte zu. Lachen. Die Müllentsorger hüpfen elegant vom Trittbrett, schwärmen auf beide Seiten aus und holen flink die hüfthohen Tonnen, ziehen sie scheppernd zum Laster und hängen sie in die Hebevorrichtung, die sie kippt und schüttelt, ein infernalischer Krach.

Sie seien die Männer der Zukunft, sagte Beuys über die Müllmänner von Madrid in einem Gespräch 1984 mit Künstlern in Basel. Das gilt auch für Kassel und nicht nur was die Zukunft, sondern auch was die Vergangenheit und die gesicherte Gegenwart betrifft, sind diese Männer lobenswert, ja Gold wert, Zukunftsgarantie. Gerade in diesen Wochen geben sie Halt und Sicherheit und den nötigen Restglauben an solche Gebilde wie den Staat und die Kommunen.

Mit solchen Gedanken in den Tag enteilend,

grüße ich, herzlich