Verschwörungstheorien

Ich war heute in einem Vortrag. Es ging dem Referenten um so viel, dass ich nicht mehr recht weiß, um was es ging.

Bei einer Stelle des mich durchgehend ansprechenden Vortrags horchte ich auf. Es ging um Regierungen, um Globalisierung, Demonstrationen, um die Politik und um Fragen der Wahrheit und des je individuellen Zugangs auf die Welt – und mitten in den vielen Themensektoren, die, alle gleichzeitig erläutert, ineinandergebaut und wieder voneinander getrennt wurden, fiel eine Äußerung, die ich wie ein Stück Treibgut aus der See fischte. 

Der Referent sagte, die erste Verschwörungstheorie sei der Materialismus gewesen. Bisher wusste ich, dass der Materialismus jüngeren Geistes sei als beispielsweise der Spiritualismus. Als ihr Gemeinsames habe ich mir zurechtgelegt, dass beides Weltanschauungen seien.

In den Streitigkeiten über Weltanschauungen und Verschwörungstheorien, wie sie heute überall hin und her gehen, fanden meine Gedanken beim Materialismus als der ersten weltumspannenden Verschwörungstheorien eine Art Fels in der wachsenden Brandung.

Was als Frage bei solchen Theorien schnell im Raum steht, erweitert sich nun auf die Frage nach dem Materialismus. Und wie die Frage nach solchen Theorien früher oder später die Frage nach Gut und Böse aufwirft, so stülpt sich diese Frage, wenn der Referent denn etwas Richtiges getroffen hat, sofort auch über das Wesen des Materialismus.

Mal sehen, was mit mir und dieser Frage in der kommenden Nacht geschieht. Vielleicht habe ich sie morgen vergessen. Ich glaube allerdings nicht. Vielleicht werde ich einen bildhaften Traum dazu haben. Das glaube ich schon eher. An den Materialismus glaube ich immer nur stückweise. Ist das falsch?

Nun denn und wie auch immer, für heute wünsche ich eine gute Nacht