Geld und Angst

Bei einem Geldseminar offenbarte eine Frau eine Seite von ihr, die sie so nur beim Geld von sich kenne. Sie erzählte von einer zerbrochenen Fensterscheibe an ihrem Haus. Ein Versicherungsfall. Ein Handwerker sah sich den Schaden an. Er sagte: «Wissen Sie, die Scheibe neber der kaputten ist eigentlich auch nix mehr wert, die könnte ich gleich mit ersetzen und dann eine Gesamtrechnung für den Schaden ausstellen, das übernimmt die Versicherung ohne nachzufragen.» Die sonst anständige Frau fand die Idee gut und machte es so wie der Handwerker vorschlug. Beim Geldseminar kam sie sich dann selbst auf die Schliche und war ein bisschen erschüttert über ihre Seele. «Bei mir hat Geld offensichtliche etwas mit Hinterlist zu tun,» sagte sie leicht bestürzt und insgesamt etwas ungläubig. Denn so gemein und unkorrekt wie sie die Versicherung abfertigte – das tut der Versicherung doch nicht weh, so eine Rechnung, sind für die doch Peantus –, ist sie sonst im Leben eigentlich nicht.

Mit den Coronamaßnahmen ist es ähnlich wie mit dem Geld. Weder das Geld an sich noch die Maßnahmen sind an sich des Teufels. Doch wir Menschen neigen zu Tücke und Egoismus, besonders wenn Angst ins Spiel kommt. Und beim Geld ist immer Angst im Spiel, jedenfalls seit wir das Geld von seiner eigentlichen Funktion als einer öffentlich ritualisierten Dienstleistung abgekoppelt haben. Geld ist zwischen uns Menschen inziwschen geradezu ein Spiegel der Angst – und damit eine Einfallstor für Macht und Perversion.

Die Coronamaßnahmen verbreiten erstens Angst und zweitens verlocken sie zu Tücke, Trick und Hinterlist. Ich erfahre es im Fahrradladen umd die Ecke. Die gut organisierten Jungs dort nutzen die Coronamaßnahmen, um endlich ungestört in ihrer Werkstatt arbeiten zu können. Ist ja ok. Doch wie sie das tun und mit was für rigorosen Mitteln sie die Kunden auf Abstand, offenbart etwas von ihrem Inneren, das bisher hinter Fachkenntnis und Kumpelhaftigkeit verborgen war. Der Bettenladen um eine andere Ecke agiert ähnlich. Endlich ist der Chef den lästigen Umstand los, mit den Kunden über das Probeliegen beim Kauf neuer Matratzen zu verhandeln. Matratzen dürfen seit Corona nicht mehr ausgeliehen werden, sagt er und trichtert das seinen Mitarbeitern ein und nun tun sie alle so, als fänden sie das schlimm. Aber, leider, es tut uns leid, aber da ist nichts zu machen. Order von oben, nichts zu machen. Die Möglichkeit, bei neuen Matratzen zu Hause probezuliegen, wird vermutlich von den Bettengeschäften in Zukunft unterbunden, auch wenn uns der Impfstoff längt wieder das so genannte normale Leben zurückgebracht haben wird.

Und dann, direkt bei uns um die Ecke, die Apotheke! Der demagogische Furor der Angestellten kennt keine Grenzen. Ich wollte kürzlich bei ihnen eine Zahnpasta kaufen. Niemand außer die netten Verkäuferinnen standen im Laden, sie selbst in Sicherheit hinter (gefühltem) Panzerglas. Ich dürfe den Laden nicht ohne Maske betreten, riefen, ja schrien sie zu mir in Richtung Schiebetüre am Eingang, wo ich stand wie ein Verbrecher im Kinofilm, der von hinten durch Polizeipistolen gestoppt wurde. Um meine Sache zu kaufen, musste ich eine Einwegmaske für 2,- EUR erstehen. Sie schoben sie wie ein gebrauchtes Kondom mit durchgestrecktem Arm unter der Glaswand durch.

Im Geld und in den Coronamaßnahmen schlummern Wahnsinn und das Gute nah beieinander. Jedoch, wir haben immer die Wahl.

Das meint, augenzwinkernd,

ps. In zwei Wochen geht es hier weiter, ich freue mich.