Keine wie die andere

Wer, wie ich gestern bei meinem 23-Stundenbesuch der Schweiz, mit dem Zug stundenlang durch eine Landschaft fährt, die langsam untergeht und im Schnee versinkt und mehr und mehr aus den Augen verschwindet, zwischen See und Eisenbahnschienen am Ufer Spazierende und Joggerinnen, schlittschuhlaufende Kinder und auf den zugeschneiten Straßen Autos langsam sich fortbewegen sieht, und wer dabei ein Leichtwerden im Inneren erlebt, ein sich von der Welt Ablösen und Einswerden mit der Reinheit einer sich entziehenden Materie, wer durch den Rückzug der Außenwelt den Kontakt zu ihr nicht verliert, sondern intensiviert und überall das Gleiche zu sehen beginnt und dabei beobachtet, wie aus dem Nichts eine ins Nichts gehende Landschaft immer intensiver nach Nichts aussieht, sollte nicht vergessen, dass jede einzelne Schneeflocke, die da heruntekommt auf die schwere Erde, ein anderes Aussehen, anderes Gewicht, eine andere Geschichte und eine nochmals ganz andere Bestimmung hat.

Wie bei uns Menschen, da wird durch die Masse ja auch nichts am Einzelnen zum Verschwinden gebracht, nicht wirklich.