…oder doch keine Visionen?

Vielleicht braucht die Welt ja auch keine Visionen? Denn bei genauerer Untersuchung erweist sich das, was gemeinhin als Vision bezeichnet wird, als brüchig, fragwürdig, vielleicht sogar schwarzmagisch?

Und übrigens, es ist leichtsinnig, in einer Befragung der Begriffe zur Klärung mit weiteren Begriffen wie ’schwarze Magie‘ zu operieren. Da sieht man schon bald den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und die Fragen wachsen erst recht in den Himmel, statt dass Klärung kommt.

Also lasse ich diese Unterscheidung in schwarze und weiße Magie und erinnere an die Entdeckung, dass, wer Visionen, Inspirationen, Intuitionen hat, diese von denen, die ihnen ausgesetzt sind, kommentiert und gegebenenfalls abgesetzt werden können. Ich gehe auf den Zusammenhang von ‚Vision und Feedbackschlaufe‘ ein. Sobald solche Schlaufen bei der Umsetzung von Visionen an der Tagesordnung wären, bräuchte ich mich nicht von Leuten vereinnahmen zu lassen, die, wie sie ja immer sagen, für mich ihre guten Visionen ausgedacht haben, Dinge, die ich selber weder brauchen noch eigentlich tolerieren kann.

Ich bin davon überzeugt, dass ich ganz gut ohne Navigationsgeräte im Auto auskäme und auf Sportarten verzichten könnte, die nur mit GPS-geräten betrieben werden können. Der Preis für die Hilfe solcher Systeme könnte, wenn man mich fragte, zu groß ausfallen, als dass ich ihn freiwillig bezahlen wollte. Auch das kabellose Telefonieren dürfte meines Erachtens nur so weit ausgebaut werden, wie es nicht exklusiv wird mich nicht vom Telefonieren ausschließt, wenn ich mich des kabellosen Telefonierens enthalten möchte. Sobald Exklusivität, was ja nichts anderes bedeutet als Ausschluss, bei der Frage des Telefonierens nicht mehr länger der bestimmende Faktor ist, wird sofort die Frage nach der Berechtigung entstehen, ob es richtig sei, alle öffentlichen Telefonkabinen abzubauen und zu entsorgen.

Ich bin mir fast schon sicher gewesen, dass die Visionen Franz von Assisis solche waren, gegen die es keine Einwände geben kann. Zu einfach, sagen die Gegner der Selbsterhebung der menschlichen Seele. Und wenn sie das sagen, bringen sie gegen Franziskus die gleichen Argumente ins Feld wie ich gegen manche Idee aus Silicon Valley.