Pfingstlerchen

Pfingsten ist ein zukünftiges Geschehen, ein geistiges. Weniger etwas, mit dem wir heute  schon umgehen können, heute, wo das Physische, Körperliche so dominant ist. Immer wieder fragen sich die Leute kurz vor Pfingsten: Was ist das eigentlich? Das ist eine wirkliche Frage und die Antwort steht einerseits im Heiligen Buch und andererseits noch aus.

Das mit der Taube als Sinnbild ist bekannt, wenn deshalb auch nicht gleich schon sinnerschließend. Weg mit den Symbolen, hin zum Leben, das wäre der Anfang eines pflingstlichen Einvernehmens.

Beispielsweise die Lerche. Sie singt über dem frühen Sommerhimmel hoch in den Lüften. Manchmal hört man Lerchensummen ähnliche wie Bienensummen im blühenden Wald oder im Vorbeigehen an blähenden Hecken. Doch der Lerchengesang ist höher, atmosphärischer, himmelsgewölbter. Und die Sänger flliegen und singen weit voeinander.

Es kommt vor, dass du in ein Feld trittst, wo Lerchen, mehrere Lerchen am Boden in der Heide ruhen. Jeweils eine steigt auf und schraubt sich jubilierndend in immer sphärischere Höhen. Oben angekommen genießt sie eine Weile singend die erreichte Höhe, verliert allmählich an Höhe, immer noch aufgeregt trällernd, um dann schnell abwärts zu gleiten und die letzten Meter über dem Boden überstürzt in der Heide zu landen. In dieser, der letzten Flugphase, singt sie nicht mehr, doch derLerchengesang erfährt deshalb keinen Unterbruch, längst ist eine andere Lerche aufgeflogen und steigt langsam in die Höhe, singend und jubelnd. Individuum und Gemeinschaft der Lerche. Pfingsten.