Schneckentempo

Die nächsten Tage werden ohne elektronische Geräte verstreichen bei mir.

Die Vorstellung wie das geht, ist im Vorhinein oft etwas mau, nicht sehr reich an Bildern und Gefühlen. Kaum Verbindung mit seinen Lieben, mit der übrigen Welt sowieso nicht, kein Anschluss, keine steigenden oder sinkenden Zahlen im Radio oder sonstWOHER, und vor allem keine E-Mails, keine Sprechnachrichten, Bildchen, Youtubes, nichts dergleichen. Dafür eine große Reichhaltigkeit an Zeit, Stille, Erfahrungen.

Ich kann mir vorstellen, dass es einst Menschen geben wird, die nach einem solchen Leben lechzen. Da, wo ich die nächsten zwei Wochen hingehe, gibt es auch keine Funkverbindungen, keine verläßlichen jedenfalls und manchmal überhaupt keine. Ich kriege allerdings gar nicht mit, wo es noch Verbindung gibt und wo nicht mehr, denn für mich gibt es nirgends mehr Verbindungen.

Und kaum sind diese weg, ist Verbindung da, nach innen, nach oben, Tag und Nacht, jederzeit. Und eben: Viel Zeit, und sie, die Zeit hat nicht nur deshalb eine andere Qualität, weil ich viel, sondern weil ich überhaupt wieder Zeit habe. Quantitatives, Statistisches fällt ab. Und damit viel Gedankenschwere.

Also, ihr habt es längst verraten, ich gehe, wir gehen in die Berge, nichts Sensationelles, sondern Orte, die nur durch die Verlangsamung schön, um nicht zu sagen ortenswert werden.

Ende August geht es hier dann weiter mit den nächsten Einträgen, mit neuen Aperçus.

Darauf freue ich mich und grüße,

herzlich