Simpel, sagen sie.

Sie haben einfach Rezepte. Nur, gekocht wird mit diesen Rezepten kaum. Warum denn auch nicht?

Sie, deren Namen ich hier nicht nennen will – sie sind allzu bekannt, Heiler, Politiker, Künstler, Mystiker, Naturwissenschaftler –, sie geben auf die Frage, wieso sie einen so großartigen Umgang mit diesen Rezepten haben, immer die gleiche Antwort.

Er war nicht einer von ihnen, hatte auch nicht die gleiche Antwort wie sie, aber eine ähnliche. Der Mann war Lehrer an meinem Gymnasium. Er gab uns Stunde in Mathematik, eine einzige. Er hatte eine Vertretungsstunde übernommen, ging im Gang zwischen den Tischreihen hin und her und entfaltete alle denkbaren Entschuldigungen, die man als Schüler so haben kann, um jetzt im Moment etwas anderes zu machen als mathematische Lösungen anzugehen. Ja, was kann man da machen, wenn es mit der Mathematik immer schwieriger wird, fragte er. Es gibt nur eins, sagte er und dieses eine ist mit einem einzigen Wort gesagt. Er sprach nicht weiter wie bisher, sondern dieser riesige Lehrer, von dem wir nicht wussten, wie er tickte, schrie plötzlich mit schmetternder Stimme ein Wort, dieses einzige Wort ins Klassenzimmer: ANFANGEN.

Ok, die Botschaft war klar. Und die anderen, die wirklich die Welt verändert haben? Die großen Namen der Menschheitsgeschichte? Wenn du die fragst, wie sie es zu dem gebracht haben, was durch ihr Lebenswerk Gutes für andere entstanden sei, sie schreien dir nicht dieses Wort ins Gesicht, aber was sie sagen ist ähnlich: KONZENTRATION sagte ein großer zypriotischer Eingeweihter. WAHRNEHMEN war die Antwort eines anderen, wieder ein ditter sagte: WAHRSPRECHEN.

Aus allen diesen Stellungnahmen klingt heraus, dass kein Aufschub sei. Und dass man etwas Zeit mitbringen soll.

Also, ich höre hier jetzt auf, in meinen Ohren klingelts, wie wenn mich der Tinnitus erwischt hätte: Es gibt zu tun.