Warmes Geld schlägt kaltes

Plastik ist ein Gebrauchsgegenstand für die Alltagswelt. Und das gleiche Wort ‚Plastik‘ bedeutet in der Plastischen Theorie von Joseph Beuys eine die Gesellschaft umgestaltende Wirkenergie, die an alles andere eher erinnert als an den Plastik im Trennmüll oder am Straßenrand.

Ähnlich ist es mit dem Geld. Geld ist nicht einfach Geld, es hat vierschiedene und mitunter sehr gegenteilige Bedeutungen und Einsatzfelder. Die Geschichte des Geldes geht weit in die Vergangenheit der Menschen und hat das Geld hat auf seinem langen Weg zu uns ins 21. Jahrhundert wiederholt seine Bedeutung geändert. Ein einst sakrales Geschehen ist zum Mammon degeneriert. Weil die Geschichte von den Siegern der Geschichte geschrieben und erst im Nachhinein von investigativen Historikern zurechtgestutzt wird, haben wir heute eine schiefe, vereinfachte, unpassende, oft verlogene und meist unverfrorene Siegererz Geld.

Es gibt verschiedene Typen von Geld mit verschiedenenn Zwecken, mal mit heiligen, mal mit abgründig fiesen. Der Grundsatz, Geld sei zur Vermehrung da, zur Machtakkumulation, zur Ausgestaltung eigener Interessen, ist die Haltung der Masse. Die Überzeugung, viel Geld bedeute automatisch auch gleich Glück, ist ebenfalls ein Massephänomen und als solches falsch – Lottogewinner können ein Lied davon singen, dass das nicht stimmt.

Es gibt schmutziges Geld (egal ob in Form von Noten im Geldbeutel oder Zahlen auf dem Konto), ehrlich verdientes Geld, es gibt gewaschenes Geld, es gibt Taschengeld, es gibt im Strumpf unter dem Kissen verstecktes Geld, im Casino verprasstes Geld, verzinstes Geld, es gibt Schenkgeld, Steuergeld, Leihgeld. Doch allermeistens ist Geld kalt.

Doch es gibt auch warmes Geld. Es könnte sich jemand zur Lebensaufgabe machen, so viel warmes Geld wie möglich in Umlauf zu bringen. Das wäre ein wirkliches Glück für die Menschen. Warmes Geld hat eine ähnliche Eigenschaft wie kaltes Geld, obwohl es sein Gegenüber oder Antipode ist. Auch warmes Geld hat die Tendenz zur Vermehrung seiner selbst. Darin funktionert es ähnlich wie das kalte, dem Spekulieren verfallene Geld. Doch warmes Geld hat ganz andere Ziele. Es zieht nicht die Wirkkraft egoistischer Ausbeutung oder ängstlicher Wucherei und Horterei hinter sich her. Es ist nicht das Geld der Millionäre und der aus der Mittelschicht abgestiegenen Looser, die Angst vor dem Leben haben und diese Angst durch Geld loszuwerden hoffen.

Warmes Geld kommt aus dem Herzen einzelner Menschen und berührt menschliche Herzen. Diese Existenzgrundlage des warmen Geldes ist, im Gegensatz zu fast jedem anderen Geld, unkorrupierbar. Beim warmen Geld kommt immer etwas Gutes heraus und es zieht weitere dem Guten zugedachte Güter an. Warmes Geld nährt die Wärmeskulptur der Sozialen Plastik. Immer und ohne Abstriche. Es ermöglicht die Gestaltung von Lebenszusammenhängen, die Menschen froh machen und miteinander frei verbinden. 

Wie kommt man zu warmem Geld? Indem man es schenkt.

Warmes Geld ist wie ein Lächeln, es kostet nichts. Für die Empfänger ist es ein Geschenk, das ihnen den Tag vergoldet und das Leben verändert.

Weil ich warmes Geld kenne, erlaube ich mir, so einfach darüber zu reden,

herzlichst,