Ich beobachte eine Taube, wie sie elegant und etwas umständlich, irgendwie schwerfällig und behäbig, doch auch sinnlich souverän zwischen den Bäumen hindurchsegelt und auf dem Boden aufsetzt. Sie freut sich auf das Vogelfutter, schaut erst noch ein wenig um sich und beginnt dann Körner zu picken.
Tauben sind bekannt für ihren sicheren Orientierungssinn. Menschen haben diese Fähigkeit lange für ihre eigenen Interessen genutzt, die Tauben haben geduldig mitgemacht.
Tauben finden bei jedem Wetter über hunderte von Kilometern nach Hause – auch auf offener See. Sie waren die längste Zeit in der Geschichte der Menschheit verlässliche Wegefinder.

Diese schnellen, sicheren und extrem zielpunktfixierten Flieger wurden bis ins 20. Jahrhundert zur Seenotrettung eingesetzt.
Heute gibt es Drohnen und GPS, Rettungsfunk und automatische Notrufsysteme.
Bei Tauben und Menschen erklingt immer wieder die Frage, ob es von ihnen nicht zu viele gebe auf der Erde?
Ich habe eine ganz andere Frage: Warum gibt es so viele Maschinen und so viel Technik, wo sie nichts entscheidend besser können als die Natur?
Gruß

