Kürzlich sprach im Deutschen Bundestag eine Überlebende des Holocaust.
Ihr Name ist Tova Friedman. Die Medien sagen, sie habe eine bewegende Rede zur offiziellen Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus gerhalten.
Die Dame überlebte als Kind das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Sie ist als Zeitzeugin und Aktivistin gegen das Vergessen unterwegs. Sie habe sich schwer getan, nach Deutschland zu kommen, hieß es – sicherlich nicht wegen der Sprache, nein, sondern wegen des langen Schattens, der über Deutschland hängt, insbesondere für jüdische Menschen.
Ich fand etwas anderes ebenfalls bewegend, oder auch abstoßend, nämlich wie in Deutschland Erinnerungskultur betrieben, ich könnte auch sagen: abgespult wird.
Und schon merke ich, wie befangen ich bin und wie schwer es ist, dazu etwas zu sagen.
Dennoch sage ich, ohne Frau Friedman auch nur im Entferntesten kritisieren oder ihre Rede in Frage stellen zu wollen, dennoch sage ich, muss ich sagen, wie es mir beim Anblick der Räume im Bundestag, in denen sie sprach, ging und wie mich die Inszenierung beelendet hat.
Peinlich und fast nicht auszusprechen, dass mir in einem unkontrollierten Moment der Begriff «Quotenjüdin» in den Kopf schoss. Doch genau so fühlte es sich für mich an.

