Namen machen Podiumsplätze

Gottfried Kellers Spruch «Kleider machen Leute» ist bekannt. Ich setze dazu: «Namen machen Podiumsplätze». 

Was ich damit meine? – Dass es mir nicht gelingen will, die Rankings, mit denen der Kunstmarkt seine «besten Produkte» kürt, für ein Qualitätskriterium zu halten.

Ich habe im Beitrag vom 3.2.26 vom «schönen Buchtitel» des neuen Werkes von Ferdinand von Schirach geschwärmt und von der «schönen Frau mit der Wespentaille», auch das Motorflugzeug oben auf dem Cover und die dadurch ausgelöste Erinnerung an Ernest Hemingways Afrikabücher sind mir aufgefallen. Ich nehme das alles als freundlich marktorientiertes korrektes Benehmen unter Berücksichtung bekannter Marktmechanismen.

Dass auch der Name des Verlags und der des Autors wichtig sind, ist natürlich ein Gemeinplatz und im Fall eines Bestsellers unabdingbar. 

Wir könnten uns darauf einigen, so funktioniere der Markt und es sei halt auch auf dem Buchmarkt nicht anders als in der Musik, in der bildenden Kunst und überhaupt in der ganzen Kultur: Der zu verteilende Kuchen sei nun einmal nur so und so groß, und in einer durchkapitalisierten Welt gebe es die Tendenz, dass diejenigen Player*innen (😉) mit den größten Kuchenstück*innen (?) den ganzen Kuchen fressen wollen.

Damit könnte ich noch so leben, wenn auch nicht immer gut, doch daran bin ich gewöhnt und mache mir keine Illusionen, dass es da je eine gerechte Umverteilung gibt. 

Doch es gibt noch etwas, das mich in Zorn bringt und gleichtzeitig traurig macht und das ich mit euch teilen will.

Auch beim Buch Fedinand von Schirachs ist das so. – Was es genau ist, erzähle ich ein andermal. Jetzt muss ich los.

Grüße