Ich muss irgendwie schmunzeln, über andere, über mich selbst.
Eine tiefe Empörung ging gestern um die Welt, weil ein mächtiger Mann und ein anderer mächtiger Mann in gegenseitigem Einvernehmen Politik und Sport schamlos aufeinander bezogen und Spielregeln außer Kraft gesetzt haben, an die sich, wenn wir so wollen, Milliarden Fußballbegeisterte halten (müssen).
Über mich selbst musste ich schmunzeln, weil ich in der Nacht auf heute fast gebetet haben, dass die belgische Nationalmannschaft, zu der ich wenig, sehr wenig Beziehung habe, im Fußball-WM-Achtelfinale 2026 die Mannschaft aus den USA, zu der ich noch weniger Beziehung habe, schlagen würde.
Das ist dann auch passiert, zum Glück.
Wieso diese Freude?
Weil sich Gesten des gesunden Menschenverstandes, denke ich, Raum verschaffen konnten und somit ein kleiner Restglaube erhalten blieb, dass es trotz aller Unanständigkeiten doch noch anständig zugehe auf der Welt, was natürlich ein Trugschluss ist, aber ich habe trotzdem Freude, obwohl mich dieser ganze Sch… eigentlich nichts angeht – und mich auch nicht wirklich angeht.
