Höre gerade Daniil Trifonov, wie er Chopin spielt.
Und erinnere mich an ein Konzert mit einem sehr jungen, wunderbaren Pianisten, der für Live-Music-Now in einem Demenzzentrum Chopin spielte.
Eine alte Polin, die nichts mehr erinnerte, auch nicht, dass sie Polin war, saß da wie die anderen alten Menschen, abwesend irgendwie, auf den Stuhl gefesselt, von eingespielten Verhaltenweisen zum Stillsitzen gezwungen.
Und plötzlich begann sie bitterlich zu weinen. Eine Pflegerin musste zu ihr hin und sie halten.
Geheimnisvoll, diese Musik, nicht wahr.
Und geheimnisvoll auch diese sogenannten Demenzkrankheit, die anscheinend nichts mit Vergessen zu tun hat.

