autós

Als dem modernen Menschen sein Körper nicht mehr genügte, um Geist und Seele durchs Leben zu kutschieren, erfand er das «Automobil» als neues Fortbewegungsmittel für sie. Das Automobil trug sie schneller und leichter über sehr viel weitere Strecken als der alte menschliche Körper. Theoretisch jedenfalls. 

Die Praxis sieht etwas anders aus: rund um die Erde stecken jeden Augenblick Millionen Menschen in Staus fest. Für sie ist die Reise beendet, bevor sie recht begonnen hat.

Logischerweise kommt niemand auf die Idee, solche Staus «Automobilstaus» zu nennen, stehen diese Staus doch für das Ende jeglicher Mobilität. 

Das Gute daran ist: wir können nun dem Philosophen Blaise Pascal beweisen, dass wir mit seinem berühmten Satz aus den Pensées kein Problem haben: «Alles Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.» 

Pascal (1623-1662) kannte das Auto noch nicht – vielleicht Da Vincis Skizzen mit dem selbstfahrenden Wagen, aber nicht das Auto. Er konnte nicht wissen, dass heute Millionen in Kisten sitzen und genau das versuchen, was er ihnen nicht zutraute, nämlich ruhig zu bleiben.

Ungewollt, das schon, doch sie sind in ihrem Autos stundenlang mit ihrem Selbst beschäftigt. Das griechische Wort autós (αὐτός) bedeutet «selbst» oder «selber». 

Gruß