Je nach Mensch und Hochsitz sind die Wahrnehmungen und Gefühle beim Warten dort oben ganz andere.
Als Kletterer schaue ich auf einem Jägerstand in die Wände der umliegenden Berge, starre auf Grate, Gipfel und Schneehänge statt auf die grüne Wiese unmittelbar vor meinen Augen, halte Ausschau nach Jungfräulichkeit, vorausgesetzt der Hochstand steht in den Bergen, und vorausgesetzt, ich belege meine Lust, auf noch nicht begangenen Wegen im Gebirge zu steigen, mit diesem abgelegten, ehemaligen Wertebegriff aus patriarchalischen Zeiten, von denen auch die Pionierzeit des Alpinismus geprägt war – und ich, als Kletterer, heute noch geprägt bin.
Natürlicherweise wird der Kletterer – er mag noch so wild um sich schauen – nichts erjagen, während der mit Realismus und Gewehr ausgestattete Jäger (oder die Jägerin) früher oder später mit Sicherheit zum gewünschten Ziel, ich meine: Fleisch kommt.