What’s new in different?

Ich frage mich zunehmend, was wirklich neu ist an der gegenwärtigen Zeit. Irgendwie fühlt sie sich neu an, doch sobald ich sie zu befragen anfange, kommt mir lauter Bekanntes entgegen. An der Maskierung ist nur ihre offentlichtliche Erscheinungsform neu, hingegen nicht neu ist, dass wir maskiert sind voreinander, seit Jahrzehnten schon. An den vielen alltäglichen Unfreundlichkeiten ist nur die Massierung neu, doch es gibt sie seit ich weiß nicht wie langer Zeit. Die Undurchschaubarkeit mancher gesellschaftlicher Abläufe, die Machtverschiebungen, all dies ist nicht wirklich neu, auch nicht die Erkenntnis, wie dünn die Schicht ist, hinter der Elemente des Barabrischen aufscheinen.

Über all dies, was nicht wirklich neu ist, nachzudenken lohnt nicht. Umso mehr lohnt sich das Hinschauen auf das Neue. Da ist viel. Wenn ich mir vorstelle, wieviel Druck auf den Menschen lastet und wie viele von ihnen dennoch aufrecht und freundlich, aufgeschlossen und zukunftsoffen und zukunftsinteressiert an mir vorüber und auf mich zugehen, da versuche ich genauer hinschauen zu lernen. Das ist vielleicht neu, diese nicht vom Himmel gefallene Kunst, die etwas Öffnendes, Eröffnendes hat.

Herzlich