Sag was du willst – sag’s gut!

Du kannst dich aufregen über seinen Lebenswandel, kannst ihr vorwerfen, dass sie zu impulsiv auftrete und über ihre Ziele hinausschieße. 

Wie ich nun Daniel Barenboim (über dessen Auftreten es so viele on dits gibt, dass ich sagen muss: ich weiß nichts Rechtes über ihn) und Martha Argerich (ihre Bühnenpräsenz ist unerreicht) bei den Salzburger Festspielen zusammen am Flügel sitzen sehe und höre, wie sie vierhändig Schuberts op. D 951 spielen, umfasst mich eine die Innigkeit, wie sie der Untergrund bei Schubert zu sein hat, eine auf ein im Hier und Jetzt vollzogenes Jenseits ausgerichtete Innigkeit. 

Und ich denke: Das kenne ich von der Klassikszene, dass jüdische Menschen zusammen mit jüdischen Menschen musizieren. Das ist für andere nicht immer nur einfach.

Ich denke auch dies: Wenn ich mir vorstelle, was den Vorfahren dieser Menschen angetan wurde, dann ist die Konsequenz daraus doch fast (herz)logischerweise die, dass sie mit keinen anderen Menschen so intim performen können wie eben nur untereinander, ja, es ist vielleicht sogar so, dass sie alles andere schlichtweg nicht mehr ertragen, wie sehr sie sich auch darum bemühen mögen.