Erzählte mir jemand, wie sie als Zuhörerin mitten in eine Radiosendung geplatzt sei. Es ging um einen Mann, er erzählte mit selbstbewusster Stimme von seiner Laufbahn als Soldat und Dozent. Er habe das Abitur geschmissen, sei dann zur Bundeswehr, habe dort das Abi nachgeholt, später studiert und das Karriereleiterchen erstiegen.
Ob es die Stimme des Mannes war oder der Inhalt des Gesprochenen, jedenfalls verurteilte die Zuhörerin innerlich schon bald die Aussagen des selbstverliebt (wie sie fand) daherredenden (wie sie fand) Karrierefuzzis, wie ihr der Mann erschien.
Dann sei die (wie die Hörerin fand) sehr einfühlsame Gesprächsmoderatorin auf den Afghanistaneinsatz zu sprechen gekommen, den der Mann abgeleistet habe.
Sie habe gefragt, was er erlebt habe und was ihm am unvergesslichsten geblieben sei.
Er habe im gleichen Tonfall wie zuvor gesagt: Die Augen der Kinder, die nicht weglaufen konnten und zusehen mussten, wie aus allen Richtungen schwerbewaffnete Männer um sich schossen und vor ihren Augen Mütter und andere Menschen töteten.
Und dann sei sie dagestanden, sagte die Radiohörerin, und habe nichts mehr gehört und habe angefangen zu weinen.




