Das Thema macht die Musik – das gilt für das Schreiben genauso wie für das Kompomieren.
Ich komme gerade aus meinem Provinzbuchladen aus der Wolfhagerstraße. Dort liegt neben der Kasse – genau dort, wo man den Geldbeutel mit der Scheckkarte hinlegt, um zu bezahlen, genau dort, wo man ohne zu überlegen das Buch, das zufällig dort liegt, nimmt und mitbezahlt und sich zu Hause fragt, wie ist dieses Buch zu mir gekommen, ganz genau dort, wo in allen kleinen und großen Buchläden zur Zeit ebendieses Buch liegt und blindlings unter die Leute gerät – ein gelbes Buch, Büchelchen könnte man schon fast sagen.
Thema des Buches: Wie können wir friedlich miteinander leben? Ein kleiner Junge lernt Demokratie. Wenn das kein wichtiges, gutes, entscheidendes, geradezu überfälliges Thema ist.
Autor des Buchs: Ferdinand von Schirach. Er hat wieder einmal das Thema getroffen.
Und daneben ich mit meinen Themen, hm …
Gerade eben habe ich mich gefragt, ob es Antisemitismus wäre, wenn ich schriebe, die Regierung und das Militär in Israel sollten sich dringend was abschneiden von der bedingungslosen Menschenliebe jener wunderbaren Jüdin namens Simone Weil.
Das ist kein schirachsches Thema – für mich ist es trotzdem eins.





