Es gibt das Understatement, dass man einer Sache, die sich im Leben drei Mal wiederholt, besonderes Augenmerk schenken solle.
Nachdem ich im Familien- und Freundeskreis nun schon zum vierten Mal gehört habe, der Vater oder die Mutter von X sei ein Narzisst beziehungsweise eine Narzisstin, komme ich zu folgendem Schluss:
Leute, findet bitte andere ErklĂ€rungen, um den Kontaktabbruch mit euren Liebsten, die ihr nun plötzlich nicht mehr ausstehen könnt, zu rechtfertigen, und behelligt mich nicht weiter mit dem Krankheitsbild des Narzissmus, das ja schon deshalb als Krankheitsbild mehr und mehr versagt, weil es bald fĂŒr eine umfassende Diagnose unserer Zeit hergenommen werden kann.Â
Mein zweiter Schluss lautet: Wer mit dem Narzissmus-Finger auf andere zeigt, outet sich selbst als Narzisst oder Narzisstin.Â
Es gilt vielleicht nicht flÀchendeckend, was ich da sage, aber gebt im GesprÀch mit mir in Zukunft ein bisschen besser acht, wenn ihr dieses Wort in die Rund werft, ansonsten droht unsere Kommunikation zu einem nichtssagenden Gebrabbel zu verkommen.
Herzlich

