Heute auf meinem Fitnessweg hatte ich plötzlich die Eingebung, den Weg zu berechnen.
Das macht meine Uhr automatisch, sagt Freund X. Lad‘ dir doch ne App runter und dann macht’s dein Handy aucfh, sagt Freundin Y. Sagen sie natüröoch ungefragt, weil, das weiß ich selber natürlich auch.
Ich habe keine solche Uhr und lasse das Handy zu Hause, wenn ich in die Natur gehe.
Dennoch habe ich vom Zielpunkt bis nach Hause die Schritt gezählt. Was eine Uhr oder App automatisch macht, musste ich ein bisschen im meinem Hirn präparieren. Es war ein Riesenspaß.
6137 Schritte für den Rückweg. Gesamtstrecke 12.274 Schritt.
Nicht genau 12.274 Schritte, ist klar, denn Hin- und Rückweg waren nicht identisch. Auch nicht 12.274 Meter. Meine Schritte waren mal länger, mal kürzer. Auch klar.
Aber ich bin stolz. Und wenn jetzt jemand behaupten will, ich hätte ja vor lauter zählen nichts anderes mehr mitbekommen, irrt sich gewaltig.
Ich habe während des Zählens zum ersten Mal bewusst erlebt, an wieviel hundert Buchen und Klein- und Kleinstbuchen ich auf einer Strecke von 10 Schritten vorbeigehe. Und mir wurde bewusst, wieviele Herbstblätter ich, wenn ich durch den Wald gehe, beim Gehen betrachte, es sind zig- und abertausende von solchen wunderbaren Blättern, ich habe sie beim Zählen der Schritte summarisch mitgezählt.
Es ist eben doch so: Eine Maschine ist weder immer besser noch immer nötig und eigentlich sehr oft schlichtweg überflüssig, genauer gesagt: viele Maschinen, auch solche, die wir am Körper tragen, sind weder immer besser als ein Leben ohne sie noch überhaupt nötig.
Dieser Satz ist übrigens, falls er nicht selbsterklärend ist, eine GROSSE ERKENNTNIS, ja eine WELTVERÄNDERNDE WAHRHEIT.
