Fünf Jahre später

Manchmal haben Worte, die jemand in die Zukunft wagt, erst retrospektiv ihren Sinn

Das Zitat von Carolin Emcke hing lange vor Corona und lange vor Beginn des Kriegs in der Ukraine bei mir über dem Arbeitstisch. Ich hatte es immer als Warnung gelesen: Lade nicht den Hass anderer auf dich! Hassbezeugungen sind Danaergeschenke, sie mögen beim Absender bleiben und sollten nicht in Empfang genommen werden. Manchmal muss man streng sein an der Haustüre oder beim Briefkasten. Wo käme man sonst hin?!

Unterscheide zwischen fanatischen und wohlgemeinten Worten! So etwas las ich aus Emkes Worten. Lass dir die Suche zu deiner eigenen Sprache nicht durch andere abkürzen oder abschneiden! Etwa so. Oder: Lass dich nicht verstören und nicht in falsche Gegensätze treiben.

Als sie damals diese Sätze verlas, dachte ich: Na, das ist ein wenig übertrieben in unserer Demokratie!

Heute frage ich mich, ob Carolin Emke eine Kassandra war?

Gruß