Gender

Genderstudien mal anders.

Schubert hat das folgende Gedicht vertont:

O wie schön ist deine Welt,
Vater, wenn sie golden strahlet,
Wenn dein Glanz hernieder fällt,
Und den Staub mit Schimmer malet;
Wenn das Rot, das in der Wolke blinkt,
In mein stilles Fenster sinkt.

Könnt ich klagen? könnt ich zagen?
Irre sein an dir und mir?
Nein, ich will im Busen tragen
Deinen Himmel schon allhier.
Und dies Herz, eh es zusammenbricht,
Trinkt noch Glut und schlürft noch Licht.

Es gibt auf Youtube etwa 10 Einspielungen mit lauter Koryphäen (unter: Schubert,Im Abendrot, D 799). 
 
Die Rolle des Klaviers, das ist ein Thema für sich, vielleicht ein andermal mehr dazu.
 
Für heute dies: achte mal, wie die Männer das Nein in der viertletzten Zeile singen und wie anders es die Frauen tun. Klar, jede und jeder singt es individuell verschieden, doch der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist frappierend.
 
So als würden die einen mit der großen Geste lautstarker Verneinung, die anderen mit lebenszugewandter Hingabe ihre gänzlich anderen Wege gehen.