Heimwärts

Ich suche weiter nach dem Handkesatz, mit welchem er seine Abkehr von der Politik und vom Wählen begründete. 

Vorerst habe ich etwas anderes gefunden, nämlich seinen Hinweis auf «langsame Heimkehr, immer und immer wieder», Heimkehr zu den Dingen, zur Welt und zu sich selbst.

Ist davon in der Politik etwas zu finden? Nein! Von Heimat reden sie zwar auch, die Politiker*innen, doch sie meinen damit etwas ganz anderes.

Handkes Heimatbegriff ist unpolitisch und nie verwirklichbar. Handke spricht im Sinne von Novalis: «Wo gehen wir denn hin? — Immer nach Hause.» Dieser Satz aus dem Roman Heinrich von Ofterdingen ist so unvollendet wie Novalis‘ Roman selbst. Das gehört zum Wesen des Heimatsatzes der Dichter und Dichterinnen!

Das Stirb und Werde in ihrem Heimatbegriff bezieht Momente der Entwicklung und Verwandlung mit ein – auch davon spiegelt sich in der Politik, soweit ich sehe, so viel wie nichts. 

Wieso also in die Politik einsteigen?! 

Ich weiß, ihr sagt, schreiben sei nur möglich, wenn wir genügend zu essen hätten und in Demokratien lebten. Die Geschichte der Dichtung, der Kunst insgesamt, beweist, dass das nicht stimmt und dass Leben anders geht, ganz anders, größer, gefährlicher.