Was aber bleibt

Was bleibt, stiften nicht die Dichter, wie der weltfremde Hölderlin einst meinte, sondern was mir geblieben ist von der Tour de France, sind Bilder der Wegwerfgesellschaft.

Die Duelle verblassen, auch die wippenden Körper bei 14% Steigung, die Etappensprints und das taktische Fahren der Mannschaften. All dies ist wenige Tage nach dem Ende der Tour im trüben Orkus des Vergessens versunken. 

Was bleibt, ist das Bild einer Menschenmasse vom Umfang mehrerer Busladungen, die sich – eingerahmt von einer stinkenden Masse von Autos und vor allem Motorrädern, deren Kameramänner immer wieder die Tachos filmen, die anzeigen sollen, wie schnell die Radfahrer die Berge runter und durch stille Täler flitzen – als träger Lindwurm durch abgelegenste Landschaften bewegt und deren buntbekleidete Einzelobjekte, begleitet von ihren farbigen Mannschaftswagen, permanent, das heißt über viele Stunden, Flaschen an sich reißen und andere Flaschen in Büsche und Böschungen schleudern, oder Eisbeutel unter ihre Trikots schieben und die Verpackungen in Büsche und Böschungen werfen, oder die eingeschweißten Laschen von Energiegels mit den Zähnen aufreißen und die leergeschlonzten Plastikteile in Büsche und Böschungen knallen…