Archiv der Kategorie: Blog

Augen auf unscharf

Auf einer schwarz weißen Postkarte liegt links im Bild ein kleines Kind gemütlich auf dem Boden und betrachtet einen kleinen Igel, der im rechten Bild zu sehen ist. Er steht still, zeigt ein riesiges Stachelkleid (eine Art Igel-Kindchenschema) und man sieht sowohl seine zarten Füßchen als auch sein spitzes Gesicht und die Augen. Der Igel ist zutraulich, das Kind, ein Mädchen, lag vermutlich schon so lange in dieser gemütlichen Position ohne sich zu bewegen, dass das Igelgesicht mutig unter den Stacheln hervorschauen kann, ohne sich über irgendwas zu fürchten. Augen auf unscharf weiterlesen

Ja, ja, dieser Journalismus

Noch hundert Jahre Zeitungen und die Sprache sei tot, meinte Nietzsche vor über hundert Jahren. Hat er recht gehabt? Ja, ja, irgendwie schon, aber, ne, ne, ne. ne, so ganz dann auch nicht. Er hatte ja auch lautstark verkündert, Gott sei tot. Wer ganz sicher inzwischen tot ist, das ist Nietzsche. Also, bitte, Friedrich, nimm das Maul nicht zu voll. Ja, ja, dieser Journalismus weiterlesen

Begriffsprofile

Zu Begriffen gibt es Begriffsprofile. Werden diese tief genug in den Ozean der Wahrheit versenkt, wird ihre kosmische Dimension erkennbar. Natürlich zeigt sich dies in besonderer Weise bei Worten wie etwa Liebe, Ehrfurcht, Glück, Zufall oder Leben. Begriffsprofile weiterlesen

Heute schon gedacht?

Habe ich heute schon etwas gedacht? Wenn nein, dann wäre ich ja seit Stunden in höheren Zuständen, vergleichbar mit buddhistischen Mönchen oder zenbuddhistischen Meistern, die stundenlang vegetieren, natürlich in höheren Gefilden vegetieren, und dies ohne irgendwo und irgendwann an einem Gedanken hängenzubleiben. Heute schon gedacht? weiterlesen

Hoffnung

Brauchen wir Hoffnung? Wo wir doch schon das Leben haben?!

Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist, heißt ein Buch von Karl Valentin, dem leptosomischen Münchner mit den Lulatschbeinen und dem skurrilen Humor, der keiner ist und wo man trotzdem lacht. Hoffnung weiterlesen

BEUYS

Mein Beitrag zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys ist keine Erkenntnis, sondern eine Frage. Es bleibt dabei. Es ist die Frage: «Beuys, wer bist Du?» Ohne Vornamen, in der Anrede mit dem Du. Soviel ‹Du› sei erlaubt, mit noch mehr ‹Du› will ich sein Wesen nicht provozieren. BEUYS weiterlesen

Buchenwald

Auch in den kleinen Dingen, gerade in ihnen, habe ich die Wahl.

Buchenwald. Ich gehe aus dem Haus auf einen Spaziergang und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Schnell gerate ich in Denkschleifen. Ein hässliches Haus zieht meine Gedanken abwärts. Doch ich brauche gar keinen äußeren sinnlichen Anlass, um in meinen Gedanken in schlechte Energien abzudriften. Buchenwald weiterlesen

In der Nacht unterwegs

In den Nächten sind die Menschen so richtig unterwegs. Was sie am Morgen dann manchmal erinnern, ist erstaunlich bis erschreckend, manchmal besetzt es den ganzen Tag und nicht selten ist es schier unerträglich. Doch meistens wird es vom Wachbewusstsein vergessen, verdrängt, zurückgestoßen. Ade, der Alltag hat mich wieder. In der Nacht unterwegs weiterlesen